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Wie AIDS nach Asien exportiert wurde. Tödlicher Ausverkauf

Tödlicher Ausverkauf: Wie AIDS nach Asien exportiert wurde

Was fast schon wieder in Vergessenheit geraten ist, dass z.B. die Firma Bayer aus Leverkusen in den achtziger Jahren das Medikament Koate für Bluterkranke, das mit HIV kontaminiert war, nur nach Asien verscherbelte und nicht an Amerikaner, Australier und Europäer.

 

Die Reportage des WDR mit dem Titel: Tödlicher Ausverkauf: Wie BAYER AIDS nach Asien importierte ist leider nur noch auf sehr sehr wenigen Videokanälen verfügbar. Es muss einfach angenommen werden, dass sich der betroffene Konzern SEHR darum kümmert, dass das Video mit der Reportage aus dem Netz verschwindet. Ist das die neue Art des “Recht auf Vergessen?”, welches für das Internet gefordert wird? Nein. So etwas sollte nicht vergessen werden. Auf der Webseite: http://www.cbgnetwork.org/783.html findet man immerhin noch ein Exzerpt mit einigen Aussagen aus den Interviews der Reportage.

Aber worum geht es eigentlich?

Schauplatz des ganzen Wohltätigkeitsdramas war San Francisco Anfang und Mitte der achtziger Jahre, wo Bayer eine Tochterfirma unterhielt, Cutter Laboratories. Diese Firma extrahierte aus dem Blut von Blutspendern den Faktor VIII, ein gerinnungsförderndes Protein, das der Organismus eines Bluterkranken nicht produzieren kann. Der Extrahierungsprozess aus HIV infiziertem Blut beseitigte jedoch nicht die Kontaminierung. Folglich wurde das dadurch gewonnene Medikament, Koate, zum HIV Überträger, dem etliche Bluterkranke zum Opfer fielen.

Das Erschütternde an diesem ganzen Szenario ist, dass die Verantwortlichen bei Cutter wussten, dass sie den Tod verkauften.

Es gab sogar ein Verfahren, HIV infizierte Blutkonserven über Hitzebehandlung zu sterilisieren und somit das Virus abzutöten. Da es aber noch große Lagerbestände an alten, unbehandelten Medikamenten gab, wollte die Firmenleitung diese verkaufen, statt vernichten. Für diese Strategie war Asien gerade gut genug. Gezielt wurden Zulassungsverfahren für hitzebehandeltes Koate in asiatischen Ländern verzögert, damit der Markt offen blieb für das alte, gefährliche Produkt. Anfragen z.B. aus Australien nach dem alten, zudem auch preiswerteren Koate wurde von der Firmenleitung mit dem Hinweis auf dessen Unsicherheit beantwortet. Statt dessen wurde auf das hitzebehandelte Koate verwiesen.

Dieser Sachverhalt tauchte unlängst und zufällig im Rahmen eines Prozesses auf, wo Akten eingesehen wurden, die Vermerke der Firmenleitung zum Koate Verkauf nach Honkong, Taiwan und Japan beinhalteten. Aus diesen Vermerken wurde ersichtlich, dass Cutter von Bayer angewiesen worden war, die alten, unsicheren Bestände auf jeden Fall zu verkaufen, trotz Wissen um die Konsequenzen für die betroffenen Patienten. Als das Wissen um die Kontaminierung von Koate sich auch in diesen Ländern herumgesprochen hatte, zögerte Cutter nicht, nach neuen Absatzmärkten zu suchen. So wurde HIV Koate, das von Japan abgelehnt wurde, neu etikettiert und nach Argentinien und Brasilien verkauft. Auf diese Art und Weise wurde sichergestellt, dass sich das Virus noch schneller verbreitete. Für diesen Dienst an der Menschheit wurde Cutter mit insgesamt 4 Millionen Dollar belohnt.

Sollte man sich jetzt vielleicht einmal fragen, warum die WHO bei der Schweinegrippe “Panik” verbreitete und bei AIDS “nur” kommentarreich zuschaut?


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